Iglu bauen im Ostallgäu
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Ein Iglu zu bauen ist Handwerk, Teamarbeit und Abenteuer zugleich. Wer es einmal geschafft hat, sieht Schnee mit anderen Augen – als Baustoff, der erstaunlich gut isoliert.
Der richtige Schnee
Frischer Pulverschnee sieht schön aus, taugt aber nicht zum Bauen – er zerfällt. Ideal ist Schnee, der sich einige Tage gesetzt hat oder vom Wind verdichtet wurde. Man erkennt ihn daran, dass sich mit der Säge feste Blöcke schneiden lassen, die beim Hochheben nicht zerbröseln. Ist der Schnee zu locker, kann man ihn vorher festtreten und ein paar Stunden ruhen lassen.
Im Ostallgäu findet man solchen Schnee vor allem in höheren Lagen am Alpenrand. In einigen Orten, etwa rund um Nesselwang und Pfronten, gab es in schneereichen Wintern geführte Iglu-Kurse, teils mit Übernachtung. Ob und wo solche Angebote laufen, erfahren Sie bei den Tourist-Informationen – sie hängen stark vom Winter ab.
Schritt für Schritt
- Grundriss markieren: Einen Kreis von etwa zwei bis drei Metern Durchmesser austreten. Größer wird schnell zu schwer.
- Blöcke schneiden: Innerhalb des Kreises Blöcke aus dem Boden sägen, etwa 50 bis 70 Zentimeter lang. So entsteht gleichzeitig die vertiefte Innenfläche.
- Spirale beginnen: Die ersten Blöcke werden so angeschrägt, dass die Reihe als Spirale ansteigt. Das ist der Trick der Inuit: Jeder neue Block stützt sich an zwei Seiten ab.
- Nach innen neigen: Mit jeder Runde neigen sich die Blöcke stärker nach innen. Eine Person arbeitet innen, eine oder zwei reichen von außen Blöcke an.
- Schlussstein setzen: Der letzte Block wird von innen eingepasst und zugeschnitten.
- Fugen verschließen: Von außen lockeren Schnee in alle Fugen reiben.
- Eingang graben: Unter der Wand einen Tunnel graben, der tiefer liegt als die Liegefläche.
- Luftloch stechen: Oben eine kleine Öffnung stechen, damit verbrauchte Luft entweichen kann.
Warum ein Iglu warm hält
Schnee besteht zum größten Teil aus eingeschlossener Luft und isoliert deshalb hervorragend. Draußen können es minus 15 Grad sein, während es im Inneren eines bewohnten Iglus nur knapp unter oder um den Gefrierpunkt liegt. Der tiefer liegende Eingang wirkt wie eine Kältefalle: Kalte Luft ist schwerer und sammelt sich dort, statt in den Schlafraum zu strömen.
Eine Nacht im Iglu
Wer im Iglu übernachten will, braucht eine gute Isomatte (am besten zwei), einen Winterschlafsack und trockene Kleidung zum Wechseln. Feuchte Kleidung ist der größte Feind der Nacht. Geführte Angebote mit Übernachtung stellen die Ausrüstung meist, und ein erfahrener Führer weiß, wann das Wetter mitspielt.
Kein Schnee für ein Iglu? Kleiner geht es auch: Eine Schneehöhle an einer Wechte oder ein Schneemann im Garten sind die kleinen Geschwister. Und wer den Tag lieber in Bewegung verbringt, findet Ideen unter Schneeschuhwandern und Rodeln.