Rodeln im Ostallgäu
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Rodeln ist die demokratischste Wintersportart: Man braucht keinen Skipass, keinen Kurs und keine teure Ausrüstung. Ein Schlitten, ein verschneiter Hang – mehr ist es nicht. Im Ostallgäu gibt es beides reichlich, sobald genug Schnee fällt.
Vom Dorfhang zur Rodelbahn
Fast jeder Ort im Ostallgäu hat seinen Rodelhang: eine Wiese am Ortsrand, einen Buckel hinter der Kirche, einen Abhang am Sportplatz. Dort beginnt für die meisten Kinder der Winter. Wer es länger und schneller mag, sucht eine Naturrodelbahn an einem der Berge am Alpenrand. Solche Bahnen folgen oft Forst- oder Almwegen und können mehrere Kilometer lang sein. Einige werden präpariert und abends sogar beleuchtet; bei manchen Bergbahnen kann man den Schlitten mit nach oben nehmen.
Welche Bahnen gerade geöffnet sind, hängt stark vom Schnee ab. Die Tourist-Informationen der Orte geben in der Saison Auskunft, oft tagesaktuell.
Welcher Schlitten passt
Der klassische Holzrodel mit Kufen aus Metall ist robust und lässt sich mit etwas Übung gut lenken. Sportrodel mit beweglichen Kufen reagieren feiner auf Gewichtsverlagerung und sind auf längeren Bahnen angenehmer. Für kleine Kinder ist ein Kunststoffbob am einfachsten, er eignet sich aber nur für flache Hänge.
Eine regionale Besonderheit ist der Hörnerschlitten – im Allgäu oft „Schalengge“ genannt. Früher transportierte man damit Holz und Heu von den Bergwiesen ins Tal, gelenkt von einem Fahrer, der vorn zwischen den hochgebogenen „Hörnern“ saß. In Pfronten-Kappel wird diese Tradition seit 1977 mit dem Schalenggenrennen am Faschingssamstag gepflegt: Zweierteams, meist kostümiert, rasen auf Hörnerschlitten ohne Bremsen eine steile Strecke hinunter – ein Volksfest mit vielen Zuschauern.
Lenken und bremsen
Gelenkt wird durch Gewichtsverlagerung und leichten Druck mit dem Fuß auf der Kurveninnenseite. Beim Holzrodel hilft es, die vordere Kufe mit der Hand leicht anzuheben. Gebremst wird mit beiden Füßen, flach auf den Schnee gesetzt – niemals mit den Absätzen, weil das den Schlitten unkontrolliert herumreißen kann.
Nachtrodeln
Eine beleuchtete Rodelbahn am Abend gehört zu den schönsten Winter-Erlebnissen in den Bergen. Man steigt oder fährt hinauf, kehrt in einer Hütte ein und saust dann im Lampenlicht hinunter. Solche Angebote gibt es an einzelnen Bergen am Alpenrand, allerdings nicht jeden Winter und nicht jeden Tag. Warm anziehen – die Abfahrt ist kurz, das Warten im Schnee manchmal lang.
Wenn es nicht für die Bahn reicht
Naturrodelbahnen brauchen eine geschlossene Schneedecke, ideal sind gut 20 Zentimeter. In Wintern mit wenig Schnee bleiben die Dorfhänge oft der beste Tipp, weil dort schon eine dünne Decke reicht. Einen Überblick über Alternativen finden Sie unter Winteraktivitäten. Wer den Tag mit Pferdeschlitten statt Rodel verbringen will, liest weiter bei Pferdeschlittenfahrten.