Eislaufen im Ostallgäu
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Auf einem zugefrorenen See zu laufen, mit Blick auf verschneite Berge, ist eines der schönsten Wintererlebnisse überhaupt. Im Ostallgäu ist es möglich – aber nicht in jedem Winter, und nie ohne Vorsicht.
Natureis: ein Geschenk kalter Winter
Damit ein See trägt, braucht es mehrere Tage oder Wochen mit kräftigem Frost, am besten ohne viel Schnee, der das Eis isoliert. Flache Seen frieren früher zu als tiefe. Der Hopfensee bei Füssen ist mit einer maximalen Tiefe von gut zehn Metern und einer durchschnittlichen Tiefe von rund viereinhalb Metern ein flacher See und damit ein Kandidat für Natureis. Auch der Weißensee westlich von Füssen, der Schwansee bei Schwangau und der Elbsee bei Aitrang im nördlichen Landkreis können in kalten Wintern zufrieren.
Der Forggensee ist ein Sonderfall: Der Stausee wird im Winter abgesenkt, das verbleibende Wasser und das Eis darauf sind unberechenbar. Er ist kein Eislaufsee. Mehr dazu unter Seen im Winter.
Wann trägt das Eis?
Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) nennt als Richtwert, dass Eis auf stehenden Gewässern mindestens 15 Zentimeter dick sein sollte, auf fließenden Gewässern mindestens 20 Zentimeter. Doch die Dicke ist nicht überall gleich: An Zuflüssen, Schilfgürteln, Stegen und Quellen bleibt das Eis dünner. Schnee auf dem Eis verbirgt Risse und wirkt wie eine Dämmschicht – das Eis darunter wächst langsamer.
Freigabe durch die Gemeinden
In Bayern entscheiden die Gemeinden, ob eine Eisfläche offiziell freigegeben wird. Dafür wird die Eisdicke an mehreren Stellen gemessen. Ohne Freigabe betritt man das Eis auf eigene Gefahr – und das Risiko ist real: Jedes Jahr brechen in Deutschland Menschen ins Eis ein. Ein Blick auf die Internetseite der Gemeinde oder ein Anruf bei der Tourist-Information klärt, ob gerade ein See freigegeben ist.
Kunsteis: wenn die Seen offen bleiben
Wer sicher und unabhängig vom Wetter laufen möchte, geht in ein Eisstadion. Füssen hat eine lange Eishockeytradition; der örtliche Verein gehört zu den erfolgreichsten der deutschen Eishockeygeschichte, und im Eisstadion der Stadt gibt es regelmäßig öffentliche Laufzeiten. In Marktoberdorf gibt es mit dem Eisplatz eine Kunsteisbahn unter freiem Himmel, auf der neben dem Publikumslauf auch Eisstockbahnen genutzt werden können. Öffnungszeiten und Laufzeiten ändern sich je nach Saison und Vereinsbetrieb; es lohnt sich, vorher nachzusehen.
Schlittschuhe und Ausrüstung
Für Natureis sind Hockey- oder Freizeitschlittschuhe gut geeignet. Wer längere Strecken auf großen Seen läuft, nutzt in anderen Regionen oft spezielle Langstreckenkufen – im Ostallgäu sind die Seen dafür meist zu klein. Warme Handschuhe schützen bei Stürzen, und auf Natureis gehören ein kleines Seil und Eispickel (zwei Griffe mit Dornen, die man um den Hals trägt) zur sinnvollen Ausrüstung.
Wer auf dem Eis lieber Stöcke als Kufen bewegt: Das Eisstockschießen ist im Ostallgäu fast so verbreitet wie das Eislaufen.