Schneelage und Wetter im Ostallgäu
Aktualisiert am · Lesezeit ca. 3 Minuten
„Liegt jetzt Schnee?“ ist die häufigste Frage vor jedem Winterausflug ins Ostallgäu. Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an – auf die Höhe, die Woche und manchmal sogar auf die Seite des Berges.
Warum es so unterschiedlich ist
Das Ostallgäu reicht von rund 580 Metern im Norden bis über 2.000 Meter im Süden. Schon wenige hundert Höhenmeter entscheiden, ob Niederschlag als Regen oder als Schnee fällt – und ob Schnee liegen bleibt. Im Hügelland um Buchloe und Marktoberdorf kommt Schnee oft nur für einige Tage, während an den Bergstationen über Wochen eine geschlossene Decke liegt.
Dazu kommt die Lage am Alpenrand. Wenn feuchte Luft von Nordwesten gegen die Berge strömt, staut sie sich und regnet oder schneit sich dort ab – der sogenannte Nordstau. Die Orte direkt am Alpenrand bekommen deshalb oft mehr Niederschlag als das Flachland.
Föhn: warm, klar und trügerisch
Bei Südwind kann Föhn auftreten: Die Luft fällt auf der Nordseite der Alpen ab und erwärmt sich dabei stark. Das Ergebnis sind klare Fernsicht, milde Temperaturen mitten im Winter und manchmal ein spürbarer Wetterumschwung. Für den Schnee bedeutet Föhn nichts Gutes – er kann eine Schneedecke in wenigen Tagen deutlich schrumpfen lassen.
Inversion: Nebel unten, Sonne oben
Im Hochwinter bildet sich bei ruhigem Hochdruckwetter oft eine Inversion. Kalte Luft sammelt sich in den Tälern und im Flachland, darüber liegt wärmere Luft. Im Tal ist es dann grau, feucht und kalt, oft tagelang. Wer mit einer Bergbahn nach oben fährt, steht plötzlich in strahlender Sonne und blickt auf ein Nebelmeer. Solche Tage gehören zu den schönsten am Alpenrand.
Den Lawinenlagebericht lesen
Der Lagebericht nennt eine Gefahrenstufe von 1 (gering) bis 5 (sehr groß), dazu die Höhenlagen und Hangrichtungen, in denen die Gefahr besonders groß ist, und die Art des Lawinenproblems – etwa Triebschnee, Neuschnee oder Nassschnee. Viele Unfälle passieren bei Stufe 2 und 3, also bei „mäßiger“ und „erheblicher“ Gefahr, weil sich dann besonders viele Menschen im Gelände bewegen. Für Winterwanderungen auf geräumten Wegen im Tal spielt der Bericht kaum eine Rolle, für Schneeschuh- und Skitouren ist er Pflicht.
Klimawandel am Alpenrand
Die Winter in den bayerischen Alpen sind in den vergangenen Jahrzehnten im Mittel wärmer geworden, und Schnee in niedrigen Lagen ist seltener geworden. Das bedeutet nicht, dass es keine schneereichen Winter mehr gibt – aber die Unterschiede zwischen den Jahren sind groß, und Planung braucht mehr Flexibilität. Viele Orte haben deshalb ihr Winterangebot verbreitert: mehr Winterwanderwege, Rodel- und Eisangebote, Kultur und Genuss.
Was man bei wenig Schnee unternehmen kann, zeigen die Ausflugstipps und der Beitrag Winterwandern. Die Übersicht aller Aktivitäten steht unter Winteraktivitäten.