Langlauf klassisch im Ostallgäu
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Klassischer Langlauf ist wohl die ursprünglichste Art, sich im Winter durch das Ostallgäu zu bewegen. Man gleitet in zwei parallelen Spurrillen durch Wiesen und Wälder, hört den eigenen Atem und das Knirschen des Schnees – und kommt dabei erstaunlich weit.
Warum das Ostallgäu gut zum Langlaufen passt
Das Ostallgäu besteht zu einem großen Teil aus offenem, sanft gewelltem Land: Moränenhügel, Moore, Wiesen, dazwischen Waldstücke. Genau dieses Gelände mögen Langläufer. Man braucht keine steilen Hänge, sondern lange, ruhige Strecken mit kleinen Anstiegen und Abfahrten. Viele Gemeinden spuren im Winter Loipen, die teils an Nachbarnetze anschließen, sodass man bei guter Schneelage auch längere Runden zusammenstellen kann.
Die zuverlässigsten Bedingungen gibt es erfahrungsgemäß am Alpenrand im Süden, wo die Täler höher liegen und der Schnee länger bleibt. Im nördlichen Landkreis, rund um Marktoberdorf und Buchloe, wird gespurt, wenn Schnee liegt – dort sind es oft nur einige Wochen im Winter.
Die Technik: Diagonalschritt und Doppelstockschub
Beim klassischen Stil laufen beide Ski in gespurten Rillen. Die Grundbewegung ist der Diagonalschritt: Rechtes Bein und linker Stock arbeiten zusammen, dann umgekehrt – ganz ähnlich wie beim zügigen Gehen. Der Trick liegt im kurzen Abdruck: Der Ski wird kurz belastet, die Steighilfe unter der Bindung greift, und dann gleitet man auf dem anderen Ski weiter.
Auf flachen oder leicht abfallenden Passagen kommt der Doppelstockschub dazu: Beide Stöcke werden gleichzeitig eingesetzt, der Oberkörper beugt sich nach vorn, die Beine bleiben parallel in der Spur. In Anstiegen hilft der Grätenschritt, bei dem die Skispitzen nach außen zeigen.
Ausrüstung: Schuppen, Felle oder Wachs
Für den klassischen Stil gibt es drei Arten von Steighilfe:
- Schuppenski haben ein Muster unter der Bindung, das in der Spur Halt gibt. Sie sind pflegeleicht und für Einsteiger und wechselhafte Temperaturen ideal.
- Fellski haben einen eingelassenen Fellstreifen. Sie gleiten meist etwas besser als Schuppen und greifen trotzdem zuverlässig.
- Wachsski werden mit Steigwachs präpariert, passend zu Temperatur und Schnee. Richtig gewachst laufen sie am schönsten – das passende Wachs zu finden, ist aber eine kleine Wissenschaft.
Dazu kommen leichte, knöchelhohe Langlaufschuhe und Stöcke, die etwa bis zur Schulter reichen. Die Kleidung sollte atmungsaktiv und nicht zu warm sein: Man kommt schnell ins Schwitzen, und eine dünne Jacke für Pausen im Rucksack ist sinnvoller als eine dicke Daunenjacke am Körper.
Loipenregeln
Auf gespurten Loipen gelten ein paar einfache Regeln, die das Miteinander erleichtern. Man läuft in der vorgegebenen Richtung, falls eine ausgeschildert ist, und überholt dort, wo die Spur es erlaubt. Wer stehen bleibt, tritt aus der Spur heraus. Fußgänger und Hunde gehören nicht auf die Loipe, weil Fußabdrücke die Spurrillen zerstören. Manche Gemeinden finanzieren die Loipenpflege über Spenden oder eine kleine Loipengebühr – ein Beitrag lohnt sich.
Wann und wo es sich lohnt
Die beste Zeit ist meist zwischen Januar und Anfang März. Nach frischem Schnee dauert es oft ein bis zwei Tage, bis gespurt ist. Informieren Sie sich vorher bei der jeweiligen Gemeinde oder Tourist-Information über den Loipenzustand; die Angaben werden in der Saison in der Regel tagesaktuell gepflegt.
Wer mehr Tempo möchte, findet unter Skating-Langlauf die dynamischere Variante. Für Tage mit wenig Schnee bietet sich Winterwandern an. Die Übersicht aller Möglichkeiten finden Sie unter Winteraktivitäten.