Winterwandern im Ostallgäu
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Man muss weder Ski fahren noch Loipen laufen können, um den Winter im Ostallgäu zu genießen. Die meisten Menschen, die im Januar zwischen Füssen, Pfronten und Marktoberdorf unterwegs sind, tun einfach das Naheliegende: Sie gehen spazieren.

Warum Winterwandern hier so gut funktioniert
Im Ostallgäu gibt es viele geräumte Wege und ruhige Nebenstraßen, auf denen man auch nach Neuschnee gut vorankommt. Die Landschaft ist abwechslungsreich, ohne ständig steil zu werden: Seeufer, Moore, kleine Kapellen auf Hügeln, dazu immer wieder der Blick auf die Berge. Und wenn einmal kein Schnee liegt, sind die Wege trotzdem schön – Raureif, gefrorene Pfützen und klare Luft haben ihren eigenen Reiz.
Drei Landschaften, drei Arten zu gehen
Rund um die Seen bei Füssen: Der Hopfensee lässt sich auf einem überwiegend flachen Weg umrunden, mit dem Säuling und dem Tegelberg im Blick. Auch rund um den Weißensee und zwischen Alpsee und Schwansee bei Schwangau gibt es Wege, die im Winter begangen werden. Am Forggensee ist der Winter besonders: Weil der Stausee abgesenkt wird, liegt ein Teil des Seebodens frei (mehr dazu unter Seen im Winter).
Am Alpenrand: Rund um Pfronten, Nesselwang und Halblech führen Wege an Waldrändern und Tälern entlang. Einige Bergbahnen befördern im Winter auch Fußgänger, sodass man oben geräumte Panoramawege gehen kann, ohne selbst Höhenmeter zu sammeln.
Im Hügelland: Zwischen Marktoberdorf, Obergünzburg und Buchloe ist es stiller. Hier geht man über offene Höhenrücken, durch kleine Dörfer und an Kapellen vorbei. Schnee ist im Norden weniger verlässlich, dafür sind die Wege oft menschenleer.
Kleidung: das Zwiebelprinzip
Beim Winterwandern wechselt man ständig zwischen Bewegung und Pause. Deshalb funktionieren mehrere dünne Lagen besser als eine dicke Jacke. Eine Basisschicht aus Wolle oder Funktionsfaser leitet Feuchtigkeit ab, darüber kommt eine wärmende Zwischenschicht und außen eine Jacke, die Wind abhält. Mütze und Handschuhe gehören immer in den Rucksack, auch wenn es morgens mild wirkt – im Schatten am Alpenrand wird es schnell kalt.
Eis auf dem Weg
Die größte Gefahr beim Winterwandern ist nicht der Schnee, sondern das Eis. Auf viel begangenen Wegen wird der Schnee festgetreten, taut tagsüber leicht an und gefriert nachts wieder. Besonders an schattigen Hängen und auf Forstwegen entstehen so spiegelglatte Stellen. Leichte Grödel oder Spikes, die man über die Schuhe zieht, machen den Unterschied. Stöcke helfen zusätzlich beim Gleichgewicht.
Einkehren gehört dazu
Ein guter Wintertag endet oft in einer warmen Stube. Viele Gasthöfe und Berghütten am Weg haben auch im Winter geöffnet, manche allerdings nur an Wochenenden oder in den Ferien. Was auf den Tisch kommt, beschreibt der Beitrag über Essen und Trinken.
Rücksicht auf Wildtiere
Im Winter leben Wildtiere von ihren Reserven. Jede Flucht durch tiefen Schnee kostet sie Energie, die sie kaum ersetzen können. Bleiben Sie deshalb auf Wegen, vor allem in der Dämmerung und im Wald, und halten Sie Hunde an der Leine. Wer abseits der Wege unterwegs sein möchte, liest vorher den Beitrag zum Schneeschuhwandern – dort geht es auch um Schutzgebiete.