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Winter im OstallgäuUnabhängiger Winterführer

Skifahren im Ostallgäu

Aktualisiert am · Lesezeit ca. 4 Minuten

Das Ostallgäu ist kein Großskigebiet, sondern eine Kette kleiner und mittlerer Berge direkt am Alpenrand. Gerade das macht den Reiz aus: kurze Wege, weite Blicke ins Flachland und Pisten, auf denen man sich nicht verliert.

Verschneite Ebene vor dem Tegelberg bei Schwangau
Blick über die verschneite Ebene zum Tegelberg bei Schwangau. Foto: The original uploader was Robo at German Wikipedia, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

Vier Berge, vier Charaktere

Wer im Ostallgäu Ski fahren will, landet fast immer an einem von vier Bergen, die sich am Alpenrand aufreihen. Ganz im Westen liegt die Alpspitze bei Nesselwang mit rund 1.575 Metern, ein freundlicher Familienberg mit breiten Hängen. Weiter östlich folgt Pfronten mit dem Breitenberg und dem kleineren Skizentrum in Steinach. Oberhalb von Schwangau erhebt sich der Tegelberg, dessen Kabinenbahn seit 1968 Gäste von rund 830 auf etwa 1.720 Meter bringt. Und am östlichen Rand, bei Buching in der Gemeinde Halblech, liegt der Buchenberg – klein, überschaubar und bei Einheimischen beliebt.

Keiner dieser Berge kann mit den großen Skiarenen Tirols konkurrieren, und das will auch keiner. Wer hier fährt, sucht meist einen entspannten Tag: ein paar Stunden auf der Piste, eine Einkehr mit Aussicht und am Nachmittag vielleicht noch ein Spaziergang am See.

Tegelberg: Aussicht mit Schlossblick

Der Tegelberg ist der bekannteste Berg im Königswinkel rund um Füssen und Schwangau. Von der Bergstation reicht der Blick an klaren Tagen weit über den Forggensee ins Alpenvorland, und unterhalb liegt Schloss Neuschwanstein. Die Talabfahrt gilt als anspruchsvoll und ist nur bei guter Schneelage geöffnet. Viele Gäste fahren deshalb mit der Bahn hinauf, genießen die Aussicht und nutzen den Berg eher als Aussichtspunkt oder als Ausgangspunkt für eine Winterwanderung.

Pfronten: Breitenberg und Steinach

Pfronten besteht aus vielen einzelnen Ortsteilen am Fuß von Breitenberg und Aggenstein. Am Breitenberg erschließen eine Seilbahn und ein Sessellift die höher gelegenen Hänge, in Steinach gibt es ein kleineres Skizentrum mit Liften, die sich gut für Kinder und Einsteiger eignen. Pfronten grenzt direkt an Tirol – wer mehrere Tage bleibt, hat also auch Skigebiete jenseits der Grenze in erreichbarer Nähe.

Alpspitze Nesselwang: der Familienberg

Nesselwang liegt etwas nördlicher als die anderen Orte und damit näher am Hügelland. Die Hänge der Alpspitze sind überwiegend mittelschwer und breit, was sie für Familien und Wiedereinsteiger interessant macht. Nesselwang hat außerdem eine lange Wintersporttradition: Ein kleines Skimuseum im Ort erinnert an Sportler aus der Region, unter anderem aus dem Biathlon und dem nordischen Skisport.

Buchenberg: klein und unkompliziert

Der Buchenberg bei Buching ist der kleinste der vier. Er eignet sich für einen kurzen Skinachmittag oder für die ersten Schwünge mit Kindern. Dafür, dass er so überschaubar ist, bietet er einen erstaunlich schönen Blick auf die Ammergauer Berge und hinunter zum Forggensee.

Wie man den Skitag plant

Weil die Berge so dicht beieinander liegen, lohnt sich Flexibilität. Wer in Füssen oder Schwangau wohnt, erreicht jeden der vier Berge in kurzer Zeit. Liegt im Westen mehr Schnee, fährt man nach Nesselwang; ist es dort neblig, zeigt sich am Tegelberg vielleicht die Sonne. Bei Inversionswetterlagen – typisch für den Alpenrand – liegt im Tal zäher Hochnebel, während die Bergstationen in der Sonne stehen.

Für die Anreise ohne Auto: Füssen ist mit der Bahn über Buchloe und Kaufbeuren erreichbar, Pfronten liegt an der Außerfernbahn. Zu den Talstationen fahren in der Saison meist Busse; in vielen Orten ist die Busnutzung mit der Gästekarte günstiger oder sogar inklusive.

Klimawandel und niedrige Lagen

Ehrlich gesagt: Schneesicher ist im Ostallgäu kaum etwas. Die Skigebiete liegen überwiegend zwischen 800 und 1.700 Metern, und warme Winter haben in den vergangenen Jahren immer wieder zu kurzen Saisons geführt. Einige Betreiber setzen auf technische Beschneiung, andere stärker auf Winterwandern, Rodeln und Aussichtsfahrten. Wer flexibel ist, findet trotzdem gute Tage – oft gerade dann, wenn es in den Städten grau ist.

Mehr zu Schnee und Wetter lesen Sie unter Schneelage und Wetter. Wenn die Pisten nicht locken: Winterwandern und Rodeln funktionieren oft auch bei wenig Schnee.

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