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Winter im OstallgäuUnabhängiger Winterführer

Schneeschuhwandern im Ostallgäu

Aktualisiert am · Lesezeit ca. 3 Minuten

Mit Schneeschuhen kommt man dorthin, wo sonst tiefer Schnee jeden Schritt zur Mühe macht. Das Prinzip ist uralt, die Technik einfach – und trotzdem verlangt diese Art des Wanderns mehr Planung als ein Spaziergang am See.

Tief verschneite Bergflanke des Breitenbergs bei Pfronten mit Blick ins Tal
Winterliche Hänge am Breitenberg bei Pfronten – schön, aber nicht überall harmlos. Foto: Kauk0r, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

Wie Schneeschuhe funktionieren

Ein Schneeschuh verteilt das Körpergewicht auf eine größere Fläche, sodass man weniger tief einsinkt. Moderne Modelle bestehen aus Kunststoff oder einem Aluminiumrahmen mit Bespannung, haben Krallen unter dem Ballen und oft eine ausklappbare Steighilfe unter der Ferse, die das Gehen bergauf erleichtert. Man geht mit etwas breiterer Spur als gewohnt, sonst bleibt man mit den Rändern aneinander hängen.

Der Einstieg ist leicht: Wer wandern kann, kann nach wenigen Minuten auch mit Schneeschuhen gehen. Anstrengender als erwartet ist es trotzdem, weil man im Tiefschnee spurt und jeder Schritt Kraft kostet.

Wo man im Ostallgäu geht

Für den Anfang eignen sich flache Almwiesen und Waldränder in den Tälern am Alpenrand, etwa rund um Pfronten, Nesselwang oder Halblech. Dort ist das Gelände überschaubar, und die Lawinengefahr spielt auf flachen Wiesen kaum eine Rolle. Viele Tourist-Informationen und Bergschulen bieten geführte Schneeschuhtouren an – oft mit Leihausrüstung, was für einen ersten Versuch ideal ist.

Wer höher hinauf will, betritt echtes Bergwinter-Gelände. Hänge ab etwa 30 Grad Neigung können abgleiten, und Tourengeher wie Schneeschuhwanderer lösen die meisten Lawinen selbst aus. Ohne Erfahrung sollte man solche Touren nur mit Führung gehen.

Ausrüstung für Einsteiger

  • Schneeschuhe passend zum Körpergewicht, mit Krallen und Steighilfe
  • Teleskopstöcke mit großen Schneetellern
  • wasserdichte, knöchelhohe Wanderschuhe, dazu Gamaschen
  • Kleidung im Zwiebelprinzip, Ersatzhandschuhe, Mütze, Sonnenbrille
  • Thermoskanne, Snack, voll geladenes Telefon
  • im freien Gelände zusätzlich Lawinenverschüttetensuchgerät, Sonde und Schaufel – und das Wissen, wie man sie benutzt

Wald, Wild und Schutzgebiete

Schneeschuhwanderer sind leise und oft abseits der Wege unterwegs. Genau deshalb können sie Wildtiere stark stören. Raufußhühner wie das Birkhuhn oder das Auerhuhn überstehen den Winter nur, weil sie sich kaum bewegen und Energie sparen; wer sie aufscheucht, kann sie tödlich schwächen. In den bayerischen Alpen gibt es deshalb ausgewiesene Wald-Wild-Schongebiete, die man im Winter meiden soll. Informationen dazu bietet zum Beispiel die Kampagne „Natürlich auf Tour“ des Deutschen Alpenvereins.

Die Faustregel: im Wald auf Wegen und Forststraßen bleiben, Dickichte und Waldränder in der Dämmerung meiden, Hinweisschilder beachten.

Wann es sich lohnt

Schneeschuhe lohnen sich nur, wenn wirklich Schnee liegt – bei 10 Zentimetern kommt man mit Wanderschuhen und Grödeln besser voran. Die besten Tage sind die nach einem ergiebigen Schneefall, wenn es anschließend aufklart. Wenn der Schnee knapp ist, weichen Sie auf Winterwandern aus. Einen Überblick, wie verlässlich Schnee in welcher Höhe liegt, gibt der Beitrag Schneelage und Wetter.

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