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Winter im OstallgäuUnabhängiger Winterführer

Essen und Trinken im Allgäuer Winter

Aktualisiert am · Lesezeit ca. 3 Minuten

Nach einem Tag im Schnee hat man Hunger – und die Allgäuer Küche ist darauf eingestellt. Sie ist deftig, käselastig und bodenständig, mit Wurzeln in einer Region, in der Milchwirtschaft seit Generationen den Alltag prägt.

Teller mit Käsespätzle und Röstzwiebeln, daneben ein Salat
Kässpatzen mit Röstzwiebeln – das inoffizielle Nationalgericht des Allgäus. Foto: Dktue, CC0, Wikimedia Commons

Kässpatzen: das Allgäuer Wintergericht

Kein Gericht steht so sehr für das Allgäu wie Kässpatzen. Frische Spätzle werden lagenweise mit geriebenem Käse in eine Pfanne oder Schüssel geschichtet, bis alles schmilzt, und mit reichlich goldbraun gerösteten Zwiebeln bedeckt. Dazu gibt es oft einen grünen Salat oder Kartoffelsalat. Welche Käsesorten hineingehören, ist in fast jeder Familie anders; meist ist ein würziger Bergkäse dabei, manchmal Emmentaler oder ein kräftiger Weißlacker.

In vielen Gasthöfen kommen die Kässpatzen in der Pfanne auf den Tisch, aus der alle gemeinsam essen. Das ist gesellig, macht satt – und ist nach einem Tag im Schnee genau richtig.

Käse mit Herkunft

Die Milchwirtschaft prägt das Allgäu seit dem 19. Jahrhundert. Zwei Käsesorten tragen heute eine geschützte Ursprungsbezeichnung der EU: der Allgäuer Emmentaler und der Allgäuer Bergkäse. Beide werden aus Rohmilch hergestellt und reifen mehrere Monate. Viele Sennereien und Käsereien in der Region verkaufen direkt ab Hof; manche lassen sich bei der Arbeit über die Schulter schauen.

Weitere Klassiker

  • Krautkrapfen: Nudelteig, mit Sauerkraut und Speck gefüllt, aufgerollt und in der Pfanne geschmort.
  • Kaiserschmarrn: zerrissener, karamellisierter Pfannkuchen mit Puderzucker und Apfelmus – auf Berghütten ein Muss.
  • Brotzeit: Bergkäse, Wurst, Butter, Rettich und kräftiges Brot, oft zur Einkehr am Nachmittag.
  • Suppen: Leberknödelsuppe, Flädlesuppe oder eine kräftige Gulaschsuppe wärmen nach Wanderungen.

Funkensonntag und Funkenküchle

Am ersten Sonntag nach Aschermittwoch brennen im Allgäu vielerorts die Funkenfeuer: große, kunstvoll aufgeschichtete Holztürme, an deren Spitze oft eine Strohpuppe, die „Funkenhexe“, sitzt. Der Brauch soll symbolisch den Winter vertreiben. Dazu gibt es Funkenküchle, ein in Fett ausgebackenes Hefegebäck, das mit Puderzucker bestäubt wird. Wer im Februar oder März im Ostallgäu ist, sollte nach den Terminen fragen.

Warme Getränke

Nach einem kalten Tag gibt es Glühwein, Punsch, Tee mit Rum oder heiße Schokolade. Auf den Hütten ist der Jagertee verbreitet, ein Tee mit Schuss. Und natürlich gibt es Bier aus Brauereien der Region.

Wer nach dem Essen noch nicht ins Bett will: Eine abendliche Pferdeschlittenfahrt oder ein Spaziergang am See sind ein schöner Abschluss. Tipps zur Unterkunft stehen im Beitrag Übernachten im Winter.

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