Zum Inhalt springen
Winter im OstallgäuUnabhängiger Winterführer

Pferdeschlittenfahrten im Ostallgäu

Aktualisiert am · Lesezeit ca. 3 Minuten

Dampfende Pferde, das Klingeln von Glöckchen, eine Decke über den Knien und rundherum nur Schnee: Eine Pferdeschlittenfahrt ist die ruhigste Art, den Winter zu erleben. Im Ostallgäu hat sie sogar einen königlichen Ruf.

Schloss Neuschwanstein im Schneetreiben über verschneiten Wäldern
Schloss Neuschwanstein im Winter – im Königswinkel sind Pferdefuhrwerke seit jeher Teil des Bildes. Foto: Bstlee, Public domain, Wikimedia Commons

Ein königliches Vergnügen

König Ludwig II. von Bayern ist bis heute eng mit dem Ostallgäu verbunden, vor allem durch Schloss Neuschwanstein oberhalb von Schwangau. Weniger bekannt ist seine Leidenschaft für nächtliche Schlittenfahrten. Ab Mitte der 1870er Jahre unternahm er sie regelmäßig, oft von Schloss Linderhof aus, in prunkvoll geschmückten Schlitten. Einer davon war sogar mit elektrischer Beleuchtung ausgestattet – damals eine technische Sensation. Einige dieser Prunkschlitten sind heute im Marstallmuseum in München zu sehen.

Die Vorstellung vom König, der in tiefer Nacht mit Fackelreitern durch verschneite Bergtäler fährt, hat viel zum romantischen Bild des bayerischen Winters beigetragen. Ganz so prunkvoll geht es heute nicht mehr zu, aber das Grundgefühl ist geblieben.

Wie eine Fahrt heute abläuft

Moderne Pferdeschlittenfahrten sind meist Rundfahrten von einer halben bis zu zwei Stunden. Gezogen wird der Schlitten von ein oder zwei Pferden, oft kräftigen Kaltblütern oder Haflingern, die an Kälte gewöhnt sind. Man sitzt auf gepolsterten Bänken unter dicken Decken. Viele Fuhrbetriebe bieten Fahrten mit einer Einkehr an – zum Beispiel in einem Gasthof, wo es eine heiße Suppe oder einen Punsch gibt, bevor es zurückgeht.

Im Königswinkel führen Fahrten häufig durch die Landschaft zwischen den Seen und den Schlössern. Am Alpenrand um Pfronten, Nesselwang und Halblech geht es eher durch Täler und über Almwege.

Schlitten oder Kutsche?

Ein echter Pferdeschlitten braucht eine geschlossene Schneedecke auf Wegen und Wiesen. In schneearmen Wochen stellen viele Betriebe auf Kutschen mit Rädern um. Die Fahrt ist dann kaum weniger schön – die Landschaft ist dieselbe, und Decke und Punsch gibt es auch in der Kutsche. Fragen Sie bei der Buchung nach, womit gefahren wird.

Pferde im Winter

Pferde vertragen Kälte deutlich besser als Hitze, solange sie trocken und gut versorgt sind. Seriöse Fuhrbetriebe achten darauf, dass die Tiere nicht überlastet werden, genügend Pausen haben und nach der Fahrt eingedeckt werden. Als Fahrgast kann man helfen, indem man die Pferde nicht füttert und ruhig bleibt, wenn sie nervös sind – etwa durch Hunde oder laute Geräusche am Weg.

Weitere Ideen für ruhige Wintertage

Wer nach der Fahrt noch Lust auf Kultur hat, findet im Beitrag Ausflugstipps Ideen rund um Schlösser, Kirchen und Museen. Eine sportliche Alternative mit ebenso viel Tradition ist das Eisstockschießen.

Passt auch dazu