Eisstockschießen im Ostallgäu
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Eisstockschießen ist im Alpenraum mehr als ein Sport – es ist ein Stück Winterkultur. Man trifft sich auf dem Eis, wirft abwechselnd, diskutiert jeden Zentimeter und wärmt sich hinterher gemeinsam auf.
Worum es geht
Das Prinzip ist einfach: Zwei Mannschaften schießen abwechselnd ihre Eisstöcke über das Eis in ein Zielfeld. In der Mitte des Zielfelds liegt die Daube, ein kleiner Zielkörper. Wer seine Stöcke am nächsten an die Daube bringt, bekommt Punkte. Dabei darf man gegnerische Stöcke wegschießen oder die Daube selbst verschieben – das macht das Spiel taktisch und oft überraschend.
Eine Runde, in der alle Spieler ihre Stöcke geschossen haben, heißt Kehre. Der Mannschaftsführer ist der Moar; er bestimmt die Taktik, zeigt an, wohin geschossen werden soll, und schießt oft als Letzter.
Der Eisstock
Ein Eisstock besteht aus einem runden Stockkörper, einem Griff und einer auswechselbaren Laufsohle an der Unterseite. Je nach Material und Profil der Sohle gleitet der Stock schneller oder langsamer – erfahrene Schützen wechseln die Sohle je nach Eis. Für Einsteiger gibt es an vielen Eisplätzen Leihstöcke.
So wirft man
Man steht seitlich zur Bahn, hält den Stock am Griff und schwingt ihn nach hinten. Beim Vorschwung macht man einen kleinen Schritt nach vorn und lässt den Stock flach auf das Eis gleiten. Entscheidend ist nicht die Kraft, sondern das Gefühl: Ein zu fester Schuss rutscht durch das Zielfeld, ein zu zaghafter bleibt vorher liegen.
Wo man im Ostallgäu schießen kann
Viele Orte haben Eisstockvereine, die im Winter Bahnen auf Kunsteis oder – bei Frost – auf Natureis pflegen. Am Eisplatz in Marktoberdorf können zum Beispiel Eisstockbahnen gemietet werden, und auch in Eisstadien gibt es oft Zeiten für Stockschützen. Wenn Seen offiziell freigegeben sind, werden dort manchmal Bahnen ins Eis gekehrt. Dann gelten dieselben Eisregeln wie beim Eislaufen: nur auf freigegebenem Eis und nie allein.
Vom Dorfspiel zur Weltmeisterschaft
Eisstockschießen ist vor allem in Bayern, Österreich und Südtirol verbreitet, wird aber inzwischen international betrieben, mit Welt- und Europameisterschaften. Es gibt verschiedene Disziplinen: das Mannschaftsspiel um die Daube, das Zielschießen auf markierte Felder und das Weitschießen, bei dem es nur um die Distanz geht.
Im Sommer wird der Sport auf Asphaltbahnen weitergespielt – mit speziellen Sommersohlen. Viele Vereine im Ostallgäu sind deshalb das ganze Jahr aktiv.
Mehr als ein Spiel
Wer einmal an einem kalten Abend bei einem Vereinsturnier zugesehen hat, weiß, was den Reiz ausmacht: das gemeinsame Rätseln über die Lage der Stöcke, die kleinen Wetten, der Glühwein am Rand. Eisstockschießen ist gesellig, generationenübergreifend und braucht kaum Vorkenntnisse – perfekt für Familien und Gruppen. Weitere gesellige Ideen finden Sie bei den Winteraktivitäten.