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Winter im OstallgäuUnabhängiger Winterführer

Eisklettern im Ostallgäu

Aktualisiert am · Lesezeit ca. 3 Minuten

Eisklettern ist die extremste Winteraktivität in dieser Übersicht – und die mit der steilsten Lernkurve. Mit Eisgeräten und Steigeisen an gefrorenen Wasserfällen hinaufzusteigen, verlangt Technik, Material und ein gutes Gespür für Eis und Wetter.

Was Eisklettern ausmacht

Beim Eisklettern steigt man an gefrorenem Wasser nach oben: an Wasserfällen, Rinnen oder Wänden, an denen Schmelzwasser zu dicken Eisschichten gefroren ist. Man schlägt die Hauen zweier Eisgeräte ins Eis, tritt mit den Frontzacken der Steigeisen nach und arbeitet sich Schritt für Schritt hinauf. Gesichert wird mit Seil und Eisschrauben, die ins Eis gedreht werden.

Anders als beim Felsklettern verändert sich das „Gestein“ ständig. Ein Eisfall, der morgens stabil war, kann nach einigen Stunden Sonne gefährlich werden. Eis bricht, Zapfen fallen, und von oben kann Schnee nachrutschen.

Einstieg über Kurse und Eiswände

Niemand sollte Eisklettern auf eigene Faust lernen. Bergschulen und Sektionen des Alpenvereins im Allgäu bieten Einsteigerkurse an, in denen man Grundtechnik, Sicherung und Gefahreneinschätzung lernt. Für die ersten Züge eignen sich künstlich vereiste Wände oder Türme, die in einzelnen Wintersportorten der Region in manchen Wintern betrieben wurden – dort kann man ohne Anmarsch und Lawinenrisiko üben.

Die Ausrüstung

  • Steigeisen mit Frontzacken, fest mit steigeisenfesten Bergstiefeln verbunden
  • zwei Eisgeräte mit gebogenem Schaft und scharfer Haue
  • Helm, denn Eisbrocken fallen fast immer
  • Klettergurt, Seil und Sicherungsgerät
  • Eisschrauben zum Sichern, dazu Karabiner und Schlingen
  • warme, bewegliche Kleidung, mehrere Paar Handschuhe

Vieles davon kann man bei Kursen leihen. Kaufen sollte man erst, wenn man sicher weiß, dass man dabeibleibt.

Wann das Eis gut ist

Gute Bedingungen gibt es meist nach einer längeren Kälteperiode mit Temperaturen deutlich unter null, auch tagsüber. In den Allgäuer Alpen ist das typischerweise zwischen Januar und Februar der Fall, in warmen Wintern manchmal gar nicht. Nordseitige, schattige Eisfälle halten länger als sonnige.

Seilschaft und Kommunikation

Eisklettern ist Teamarbeit. Meist klettert eine Person im Vorstieg, bringt Eisschrauben an und baut oben einen Stand, während die zweite sichert. Weil Eisgeräte, Wind und Wasserfall laut sein können, sprechen Seilpartner vorher klare Kommandos ab. Wer sichert, steht nie direkt unter der Kletterlinie – herabfallendes Eis gehört zu den größten Gefahren, auch am Boden.

Respekt vor dem Berg

Eisklettern ist ein Sport für Menschen, die bereit sind, viel zu lernen und viel zu verzichten – auf Touren, wenn die Bedingungen nicht passen. Wer es lieber ruhiger mag, erlebt die gefrorenen Berge beim Winterwandern oder beim Schneeschuhwandern ebenso eindrucksvoll. Alle Möglichkeiten im Überblick finden Sie bei den Winteraktivitäten.

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